Titelbild Osteuropa 1-2/2006

Aus Osteuropa 1-2/2006

Krieg, Wissenschaft und Recht
Napoleons Kunstraub in der Erinnerung um 1915

Bénédicte Savoy

Abstract

Die aktuelle Debatte um Raub- und Beutekunst zeichnet sich durch eine Schärfe aus, die sie unmittelbar nach 1945 nicht hatte. Statt Linderung hat die Zeit Verhärtung und Verbitterung gebracht. Schon im 19. und dem beginnenden 20. Jahrhundert war in Deutschland eine Raubkunstdebatte geführt worden, die sich durchaus in die Gegenwart übertragen läßt. Es ging damals um den größten Kunstraub der Neuzeit: den napoleonischen Beutezug. Seine Aufarbeitung während des Ersten Weltkrieges führte zu einer heillosen Verstrickung traumatischer Erinnerungen, nationaler Mythen und wissenschaftlicher Erwartungen.

(Osteuropa 1-2/2006, S. 205–222)