Titelbild Osteuropa 9/2005

Aus Osteuropa 9/2005

Memorandum über die Lage der Slawistik in Deutschland

Herta Schmid, Katrin Berwanger

Abstract

Die Liste polnischer, tschechischer und russischer Nobelpreisträger für Literatur, slawischer Maler, Komponisten, Regisseure, der Leistungen in Philosophie, Logik, Rhetorik, Theologie, moderner Linguistik, Ästhetik und Literaturtheorie ist lang. Namen wie Comenius, Bolzano, Dvořák, Kandinskij, Wajda, Stanislavskij, Rimskij-Korsakov, Szymborska, Mrożek, Čapek und Havel sind weltbekannt, doch wer in Deutschland vermag ihre Leistungen für die europäische Kultur zu würdigen? Angesichts der jahrhundertealten engen Vernetzung zwischen der deutschen und den slawischen Kulturen in Kunst, Literatur, Wirtschaft, politischem Denken und Religion ist es an der Zeit, die unselige Spaltung Europas infolge des Zweiten Weltkriegs auch in der Hochschulbildung zu überwinden. Die slawischen Kulturen sind ein ebenso wichtiger Teil europäischer Kultur- und Bildungstradition wie die westeuropäischen Kulturen. Sie dürfen nicht länger marginalisiert werden.

(Osteuropa 9/2005, S. 122–167)