Titelbild Osteuropa 4-6/2005

Aus Osteuropa 4-6/2005

Ricorda cosa ti hanno fatto in Auschwitz
Musik gegen Gewalt und Krieg

Dorothea Redepenning

Abstract

In der Musikgeschichte Europas hatte sich ein Konsens darüber heraus-gebildet, wie Klage und Trauer zu klingen haben. Angesichts des millionenfachen Todes und des Ausmaßes der Zerstörung durch die nationalsozialistische Vernichtungspolitik und den Zweiten Weltkrieg greifen westliche Komponisten zu einer anderen musikalischen Sprache: zu Atonalität und der Zwölftontechnik. Sie gilt ihnen als integer, weil sie unter den Nationalsozialisten als „entartet“ inkriminiert war. Die Werke von Luigi Dallapiccola, Arnold Schönberg, Karl Amadeus Hartmann und Luigi Nono sowie Dmitrij Šostakovič, der sich anderer kompositorischer Verfahren bedient, demonstrieren, wie Musik als Gedächtnisspeicher fungiert und zu einem Ort individueller, kollektiver und transnationaler Erinnerung wird.

(Osteuropa 4-6/2005, S. 281–307)

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