Titelbild Osteuropa 4-6/2005

Aus Osteuropa 4-6/2005

Kontinuität und Wandel
Die Denkmäler des Afghanistankrieges

Natalija Danilova

Abstract

Neben die Erinnerung an den Zweiten Krieg ist in Rußlands öffentlichem Raum das Gedenken an den Afghanistankrieg getreten. Hunderte von Denkmälern für die dort Gefallenen bieten Anschauung, wie sich die Erinnerungskultur verändert. Drei Typen von Mahnmalen lassen sich unterscheiden. Denkmäler, die von Veteranen im Bewußtsein errichtet worden sind, nach Afghanistan geschickt und vom Staat verraten worden zu sein, sind frei von staatlicher oder nationaler Symbolik. Die Formensprache betont Trauer um die Kameraden. Der zweite Typ sind religiös aufgeladene Denkmäler. Sie betonen das Motiv der Reue. Gleichzeitig spiegeln sie die patriotische Wende und die veränderte Stellung der russisch-orthodoxen Kirche ab Mitte der 1990er Jahre wider. Denkmäler, welche die traditionelle sowjetische Form der Erinnerung reproduzieren, verkörpern das dritte Deutungsfeld. In ihrer Monumentalität und Symbolik schlagen sie eine Brücke vom Großen Vaterländischen Krieg zum Tod in Afghanistan.

(Osteuropa 4-6/2005, S. 367–386)