Titelbild Osteuropa 4-6/2005

Aus Osteuropa 4-6/2005

Die „deutsche Katastrophe“?
Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in Deutschland

Jörg Echternkamp

Abstract

Die Kriegserfahrungen stellten die Weichen für die öffentliche Erinnerungan den Zweiten Weltkrieg nach 1945. Nach der kritischen Konfrontationmit der Vergangenheit in der frühen Besatzungszeit sahen sich die meisten Deutschen vorrangig als Opfer des Krieges. Während in der DDR die öffentliche Erinnerung durch das marxistisch-leninistische Geschichtsbild geprägt war, zeigen das Ringen um die Beurteilung des militärischen Widerstandes sowie des 8. Mai 1945 den langwierigen Wandel kulturell kodifizierter Erinnerung in der pluralistischen Gesellschaft der Bundesrepublik. 60 Jahre nach dem Kriegsende gibt die Frage nach dessen historischem Stellenwert, der ein Wendepunkt deutscher Geschichte ist, überalldort Anlaß zur Debatte, wo die Einsicht in den Zusammenhangvon Freiheit und Befreiung schwer fällt.

(Osteuropa 4-6/2005, S. 105–114)