Titelbild Osteuropa 12/2005

Aus Osteuropa 12/2005

Zerreißprobe
Entspannungspolitik und Osteuropaforschung

Thekla Kleindienst

Abstract

Die deutsche Osteuropaforschung hängt wie jede andere Wissenschaft von politischen Konjunkturen ab. Begünstigt durch den beginnenden Kalten Krieg wurde die bundesdeutsche Osteuropaforschung in den 1950er Jahren stark gefördert und konnte an institutionelle Strukturen und Forschungsmethoden der Zeit vor 1945 anknüpfen. Die Entspannungspolitik der 1960er und 1970er Jahre beeinflußte die Osteuropaforschung derart nachhaltig, daß das gesamte institutionelle und inhaltliche Gefüge, wie es sich in den 1950er Jahren etabliert hatte, ins Wanken geriet. Der langsame Abschied vom Paradigma der Ostforschung sowie eine thematische und methodische Ausdifferenzierung waren wichtige Schritte auf dem Wege der Verwissenschaftlichung der Osteuropaforschung nach 1945.

(Osteuropa 12/2005, S. 149–162)