Titelbild Osteuropa 12/2005

Aus Osteuropa 12/2005

Wo die Geschichte auf die Haut kriecht …
Katharina Raabe über Literatur aus dem Osten Europas

Abstract

Die Suhrkamp-Lektorin Katharina Raabe analysiert den Stoffwechsel zwischen Lesen und Welterfahrung. Sie enthüllt das Besondere an der osteuropäischen Literatur und benennt die Hürden, die zu überwinden sind, ehe sich Autoren wie Andruchovyč, Ćosić, Darvasi oder Stasiuk auf dem deutschen Buchmarkt etablieren können. Sachbücher über Osteuropa sind besonders schwierig durchzusetzen. Für die mentale Erschließung dieses Raums werden Bücher aus der Feder inspirierter Flaneurs immer wichtiger. In dem ihnen eigenen Genre verschränken sich geographische, politische und historische Ebenen. Zeitschriften wie Osteuropa werden ihre Bedeutung behalten, wenn es ihnen gelingt, Forum zu sein, auf dem Autoren Aktuelles stärker reflektierend und analytisch weiter ausgreifend erklären können, als dies Zeitungen gemeinhin gestatten, und wenn sie die anachronistische Dichotomie aus Wissenschaftszeitschrift oder Publikumszeitschrift überwinden.

(Osteuropa 12/2005, S. 101–112)