Titelbild Osteuropa 12/2005

Aus Osteuropa 12/2005

„Mein Rätebuch kursierte als Raubdruck“
Mit Oskar Anweiler auf einer tour d’horizon

Abstract

Den Erziehungswissenschaftler und Osteuropahistoriker Oskar Anweiler verbindet etwas Besonderes mit der Zeitschrift Osteuropa: Beide wurden 1925 aus der Taufe gehoben. Dies ist Anlaß, Anweiler auf einer biographischen tour d’horizon zu begleiten. Sie beginnt im multiethnischen Galizien, führt über den Hitler-Stalin-Pakt und den folgenden Krieg zur intellektuellen Auseinandersetzung mit Osteuropa in der Nachkriegszeit. Anweiler ist Zeuge des Neuaufbaus der Osteuropaforschung, diskutiert mit der Studentenbewegung über Staatskommunismus und Rätesystem, reflektiert die Bedeutung der Entspannung, den politischen Standort der Osteuropaforschung und denkt darüber nach, welche Folgen das Ende des Ost-West-Konflikts für das eigene Weltbild und sein akademisches Selbstverständnis haben. Interdisziplinarität und Komparatistik bleiben im Zentrum. Oskar Anweilers Leben und 80 Jahre Osteuropa haben etwas gemeinsam: Beide sind ein Spiegel der Zeit.

(Osteuropa 12/2005, S. 49–56)