Titelbild Osteuropa 1/2005

Aus Osteuropa 1/2005

Identitätsverlust
Die Marginalisierung der Intelligenz im russischen Gegenwartsroman

Karlheinz Kasper

Abstract

Seit der zweiten Hälfte der 1990er Jahre wenden sich russische Schriftsteller verstärkt einem Thema zu, an dessen Bewältigung in der Sowjetära namhafte Autoren wie Maksim Gor’kij (Žizn’ Klima Samgina, 1925/36), Aleksej Tolstoj (Choždenie po mukam, 1920/41) und Leonid Leonov (Piramida, 1979/94) gescheitert sind. Immer wieder bewegte die Russen die Frage nach dem sozialen Status der Intelligenz, ihrer gesellschaftlichen Rolle und ihrer Identität. Nach dem Ende der Sowjetunion und den damit verbundenen geistigen Herausforderungen in allen Lebensbereichen war das Thema von brisanter Aktualität. Nun packten es mehrere Autoren erneut an. Die Romane von Ljudmila Petruševskaja (Nomer Odin, ili V sadach drugich vozmožnostej) und Andrej Turgenev (Mesjac Arkašon) sind aufgrund ihrer ausgefeilten narrativen Struktur von besonderem Interesse.

(Osteuropa 1/2005, S. 121–137)