Titelbild Osteuropa 11/2003

Aus Osteuropa 11/2003

Reformen erkaufen, Öffnung diktieren?
Determinanten der Außenwirtschaftspolitik in Osteuropa

Thilo Bodenstein, Gerald Schneider

Abstract

Die Messung der außenwirtschaftlichen Offenheit gilt als schwieriges Unterfangen. Die Datensätze zum Globalisierungsgrad lieferten vor allem ein unzureichendes Bild des regulativen Offenheitsgrad der Außenwirtschaft in den Transformationsstaaten. Diese Lücke schließt der neue ELITE-Datensatz für die Jahre 1993-2000. Zwei gegenläufige Tendenzen lassen sich ausmachen. Einerseits liberalisierten die Transformationsstaaten ihre Regulierungen des Handelsverkehrs. Im gleichen Zeitraum erhöhten sie aber auch den Protektionsgrad für den Kapitalverkehr. Die wichtigsten Faktoren für eine Liberalisierung sind die Art des Regimewechsels sowie der Demokratisierungsgrad. Demokratien erweisen sich dabei als offener als Autokratien. Ökonomische Reformursachen wie das Ausmaß der Transformationskrise oder die Höhe der internationalen Finanzhilfen sind für Außenwirtschaftsreformen hingegen kaum von Bedeutung.

(Osteuropa 11/2003, S. 1639–1657)